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Keramikgrill: Aufbau, Funktion und für wen er sich lohnt

Schwarzer Keramikgrill mit Holz-Seitenablagen auf einer Terrasse, aus der oberen Lüftung steigt Rauch

Hinweis: Das Titelbild dieses Beitrags wurde mit KI erstellt.

Ein Keramikgrill, auch Kamado genannt, ist ein Holzkohlegrill mit dicken Wänden aus Keramik. Sie speichern die Hitze und halten die Temperatur über Stunden stabil. Damit kannst du grillen, räuchern, garen und backen, alles in einem Gerät.

Hier erfährst du, wie ein Keramikgrill aufgebaut ist, wie er funktioniert, was du damit zubereiten kannst und für wen er sich lohnt.

Was ist ein Keramikgrill?

Der Keramikgrill geht auf einen jahrhundertealten Lehmofen aus Japan zurück. „Kamado“ bedeutet dort so viel wie Herd oder Ofen. Heutige Modelle bestehen aus hitzebeständiger Keramik, sind meist eiförmig und haben einen schweren Deckel, der fest auf dem Unterteil schließt.

Weil die Keramik viel Wärme aufnimmt und kaum Luft entweichen lässt, verhält sich ein Kamado eher wie ein Ofen als wie ein klassischer Holzkohlegrill. Die Temperatur steuerst du allein über die Luftzufuhr.

So ist ein Keramikgrill aufgebaut

  • Unterteil (Korpus): die Keramikschale, in der die Glut liegt.
  • Brennkammer und Feuerring: Keramikeinsätze im Inneren, die die Holzkohle aufnehmen und den Korpus vor direkter Glut schützen.
  • Kohlerost: ein Gitter am Boden der Brennkammer, durch das Luft von unten an die Kohle kommt und Asche nach unten fällt.
  • Grillrost: liegt oben auf dem Feuerring, darauf kommt das Grillgut.
  • Deckel: die Keramikkuppel, über ein Scharnier mit Federn mit dem Unterteil verbunden.
  • Untere Zuluft: eine Schiebetür vorne unten, durch die frische Luft einströmt.
  • Obere Abluft: eine verstellbare Lüftung auf dem Deckel, durch die warme Luft und Rauch abziehen.
  • Dichtung: ein Filzband zwischen Deckel und Unterteil, damit der Grill dicht schließt.

Viele Modelle stehen in einem Gestell mit Rollen und Seitenablagen. Wichtiges Zubehör ist der Deflektorstein: eine Keramikplatte, die zwischen Glut und Grillgut gelegt wird und die direkte Hitze abschirmt.

Wie funktioniert ein Keramikgrill?

Ein Kamado arbeitet nach dem Kamin-Prinzip: Warme Luft steigt oben durch die Abluft aus und zieht unten durch die Zuluft frische Luft nach. Je mehr Luft an die Glut kommt, desto heißer wird es.

  • Beide Lüftungen weit offen: viel Sauerstoff, hohe Temperatur.
  • Beide Lüftungen fast geschlossen: wenig Sauerstoff, niedrige Temperatur über viele Stunden.
  • Beide Lüftungen ganz zu: Die Glut erstickt, und die restliche Kohle kannst du beim nächsten Mal weiterverwenden.

Die dicke Keramik speichert die Hitze und gibt sie gleichmäßig ab. Deshalb schwankt die Temperatur kaum, auch bei Wind oder Kälte. Gleichzeitig reagiert der Grill träge: Ist er einmal zu heiß, dauert es lange, bis er wieder abkühlt. Nähere dich der Zieltemperatur also immer von unten.

Was du mit einem Keramikgrill machen kannst

GarmethodeTemperatur im GrillTypische Gerichte
Low & Slow, Räuchernetwa 100 bis 130 °CPulled Pork, Spare Ribs, Rinderbrust
Indirekt garenetwa 150 bis 200 °CHähnchen, Braten, Gemüse
Backenetwa 200 bis 250 °CBrot, Aufläufe, Kuchen
Direkt grillenetwa 250 bis 300 °CSteaks, Burger, Würstchen
Pizzaetwa 300 °C und mehrPizza und Flammkuchen auf dem Pizzastein

Für alle Methoden bis etwa 250 °C nutzt du in der Regel den Deflektorstein. Für direktes Grillen bei hoher Hitze liegt das Grillgut ohne Deflektor direkt über der Glut.

Keramikgrill, Kugelgrill oder Gasgrill?

KeramikgrillKugelgrillGasgrill
Temperatur stabil haltensehr gutmittelgut
Low & Slow und Räuchernsehr gutmit Übungeingeschränkt
Aufheizzeit15 bis 30 Minuten15 bis 25 Minutenetwa 10 Minuten
KohleverbrauchgeringmittelGas statt Kohle
Gewicht und Mobilitätschwerleichtmittel
Grillen im Wintersehr guteingeschränktgut

Ausführlich vergleichen wir die Stärken und Schwächen in Keramikgrill: Vor- und Nachteile im ehrlichen Überblick.

Welche Größe passt zu dir?

Die Größe eines Keramikgrills wird meist über den Durchmesser des Grillrosts angegeben. Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Hersteller, die Größenordnung ist aber ähnlich:

RostdurchmesserGeeignet fürHinweis
bis etwa 35 cm1 bis 3 Personen, Balkon, Campingleichter, aber wenig Platz für große Stücke
etwa 45 bis 50 cm3 bis 6 Personendie häufigste Größe, vielseitig
ab etwa 55 cm6 und mehr Personenviel Platz, braucht mehr Kohle und Platz im Garten

Bedenke das Gewicht: Schon mittlere Modelle wiegen oft deutlich über 50 Kilogramm. Plane den Standort und ein stabiles Gestell von Anfang an mit ein.

Für wen lohnt sich ein Keramikgrill?

Ein Kamado lohnt sich vor allem, wenn du gern lange und langsam garst, räucherst oder backst und das Grillen als Kochen im Freien verstehst. Wer dagegen vor allem schnell ein paar Würstchen grillen und den Grill oft transportieren möchte, ist mit einem Kugel- oder Gasgrill oft besser bedient.

Die ersten Schritte

  1. Die richtige Kohle: Nutze stückige Holzkohle ohne Zusätze. Mehr dazu in Welche Holzkohle ist am besten für Keramikgrills?.
  2. Keine Briketts und keine flüssigen Anzünder: Warum, erklären wir in Warum keine Briketts im Keramikgrill?.
  3. Langsam herantasten: Starte mit mittleren Temperaturen und lerne, wie dein Grill auf die Lüftungen reagiert.
  4. Deckel vorsichtig öffnen: Hebe den Deckel bei hoher Hitze zuerst nur einen Spalt an. So vermeidest du eine Stichflamme durch plötzlich einströmenden Sauerstoff.
  5. Pflege: Asche regelmäßig entfernen, damit die Luft frei zirkuliert. Tipps findest du unter Keramik Grill reinigen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Kamado und Keramikgrill?

Im Alltag meinen beide Begriffe dasselbe. „Kamado“ beschreibt die Bauform, „Keramikgrill“ das Material. Es gibt auch Kamados aus doppelwandigem Stahl, die ähnlich funktionieren, aber keine Keramik verwenden.

Wird ein Keramikgrill außen heiß?

Ja, die Außenseite wird warm bis heiß, vor allem bei hohen Temperaturen. Mehr dazu in Wird ein Keramikgrill außen heiß?.

Kann man einen Keramikgrill im Winter nutzen?

Ja. Durch die gute Isolierung erreicht und hält ein Kamado seine Temperatur auch bei Kälte. Das Aufheizen dauert etwas länger. Lass Eis oder Nässe an der Dichtung vor dem Öffnen antauen, damit der Filz nicht abreißt.

Wie lange hält ein Keramikgrill?

Bei guter Pflege viele Jahre. Verschleißteile wie Dichtung, Rost oder Feuerring lassen sich bei den meisten Herstellern einzeln ersetzen.

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